Updates zu Corestate, Hypoport, Metro, Secunet, Washtec

Update zu einigen Unternehmen an denen VERUS direkt oder indirekt beteiligt ist:

Corestate Capital:

Am Freitag vorletzter Woche fand die Hauptversammlung von Corestate statt.  Konkrete,  neue Informationen gab es dabei allerdings nicht. Es wurde eine Dividende von 2,5 Euro je Aktie beschlossen (immerhin fast 7% Dividendenrendite!) und der bereits bekannte Geschäftsausblick auf das Jahr 2019 wurde bestätigt. Herr Schnidrig – der CEO – bekräftigte insbesondere nochmals seine positive Einschätzung zur HFS. Zu diesem Geschäftssegment (Mezzanin-Finanzierung) gibt es ja immer wieder kritische Einschätzungen. Herr Schnidrig sieht für HFS als Marktführer in dem Bereich einen nachhaltigen Nachfragetrend mit der Folge eines wachsenden Geschäftes bei stabilen Margen.

Wenn man sich die Entwicklung an der Börse ansieht, dann wird offensichtlich, dass nicht alle Investoren diese Corestate so positiv sehen. Ende des Monats hat ein dritter Leerverkäufer (der damit auf weiter sinkende Kurse spekuliert) seine Position öffentlich machen müssen. In Summe sind damit schon über 5% des Unternehmens leerverkauft. Bei einem Free-Float von etwa 60% ist das schon sehr hoch. Positiv daran:  irgendwann müssen diese Aktien wieder zurückgekauft werden. Wenn dann der Kurs und die Unternehmensperspektiven gut sind, dann kann das für die Leerverkäufer sehr teuer und für die bestehenden Aktionäre sehr positiv sein.

Solche Leerverkäufer spekulieren aber darauf, dass das Vertrauen in die Firma weiter zurückgeht und ggf. negative Meldungen kommen, die den Kurs sinken lassen. Vor kurzem lancierte Artikel im Manager-Magazin deuten darauf hin, dass hier gezielt Misstrauen geschürt werden soll. Letztlich hängt alles davon ab, wie gut sich die Firma weiterentwickelt. Die dazu öffentlich verfügbaren Informationen sind alle positiv. Corestate ist aber sicher ein Unternehmen und eine Aktie, die man sehr eng verfolgen muss. Wenn sich Verdachtsmomente in Richtung einer schlechten Corporate Governance verdichten sollten, wenn Zweifel an der Ehrlichkeit der Aussagen des Vorstandes auftauchen sollten, oder wenn Risiken im Bereich HFS schlagend werden sollten, dann müsste der Investement-Case neu überdacht und eingeschätzt werden. Im Moment gibt es aber keine Hinweise darauf.

Hypoport:

Hypoport hat bereits die vorläufigen Zahlen für das Q1 gemeldet. Der Umsatz ist ggü dem Vorjahresquartal um 30% auf 78 Mio. Euro gestiegen. Das EBIT verbesserte sich „nur“ um 6% ggü. dem Vorjahreszeitraum. Mit diesen Zahlen hat Hypoport einmal mehr gezeigt, dass das Unternehmen auf einem steilen Wachstumskurs ist.

Die geringeren Margen werden ja bewusst in Kauf genommen, um Marktanteile zu gewinnen und sich eine gute Ausgangsposition im Bereich Smart Insuretech zu erarbeiten. Auf diese Weise wird der Unternehmenswert langfristig gesteigert. Aufgrund der soliden Aufstellung ist Hypoport ja nicht darauf angewiesen jetzt schon hohe Netto-Cash-Flows zu erwirtschaften. Der Cash-Flow aus dem laufenden Geschäft kann reinvestiert werden, um zukünftige Cash-Flows und Gewinne zu generieren.

Ich traue Herrn Slabke und seinem Team zu, diese Investitionen klug und mit Bedacht zu machen. Hypoport wird vermutlich in den nächsten Jahren keine Kursrakete mehr sein. Man ist aber an einem Unternehmen beteiligt, das den Wert jedes Jahr um 15 bis 20% steigert – und zwar unabhängig von Konkunkturzyklen. Hypoport ist damit ein Paradebeispiel für ein Unternehmen, an dem man lange beteiligt sein will und die Entwicklung mit Interesse verfolgen kann.

Metro

Bei Metro könnten die nächsten 2 Monate interessant und entscheidend werden. Der Verkauf des Real-Geschäftes hat sich nach Pressemeldungen ja jetzt doch ein wenig schwieriger herausgestellt, als zwischenzeitlich gemeldet. Die wirklich interessierten Übernehmer-Kandidaten sind eigentlich nur an den Immoblien interessiert und würden Real als Unternehmen zerschlagen. Das ist nicht im Sinne von Metro. Herr Koch – der CEO – hat sich immer für eine Gesamt-Übernahme unter Fortführung ausgesprochen.

Ich gehe davon aus, dass ein Abschluss bis Ende Juni zustande kommen wird. Alles über einem Erlös von Netto 700 Mio. (900 Mio. Immobilien abzüglich 200 Mio. Restrukturierungsaufwand, der noch von Metro getragen würde) wäre eine positive Überraschung – die ich keinesfalls ausschließe und die dem Kurs Unterstützung geben würde.

Der zweite mögliche Katalysator  für eine Höherbewertung ist das China-Geschäft. Hier hört man, dass die Gespräche über die Bündelung der Kräfte mit einem China-Player vor Ort sehr gut vorankommen. Ein solcher Abschluss würde ebenfalls zeigen, welche Werte in Metro stecken.

Und der dritte mögliche Werttreiber ist ein Übernahmeangebot. Daniel Kretinsky hat ja bereits eine Beteiligung an Metro von Haniel erworben und hält eine Option für restliche Anteile, die ihn über die 30%-Beteiligung an Metro heben würden. Diese Optionen wurden vor kurzem bis Ende Juni verlängert. Ich gehe fest davon aus, dass nach Abschuss des Real-Verkaufes und der China-Thematik ein solches Angebot (voraussichtlich im Juni) kommen wird. Das wird vermutlich allerdings nicht sehr stark über dem dann gesetzlich vorgeschriebenen Minimum sein, da ich nicht davon ausgehe, dass er Metro komplett übernehmen will. Diese Minimal-Angebot liegt beim Durchschnittskurs der letzten drei Monate bzw. beim höchsten Preis, den er selber für Metro-Aktien bezahlt hat. Beides dürfte im Moment bei ca. 15 Euro liegen. Damit ist Metro bei 15 Euro sehr gut abgesichert und bietet auf Sicht von 2 Monaten eine gute Perspektive, um an einer Wertsteigerung teilzunehmen. Je nach Nachrichtenlage im Juni/Juli  ist dann zu entscheiden, ob es sinnvoll ist, langfristig an Metro festzuhalten.

Secunet

Secunet ist die größte Depotposition im Bestand der SVB. Und Secunet ist – so wie Hypoport – ein Paradebeispiel für eine langfristig hervorragende Entwicklung, an der man als Aktionär voll mitpartizipieren kann.

Am Chartverlauf sieht man aber auch, dass man in den letzten 1,5 Jahren keine Wertsteigerung im Kurs gesehen hat – obwohl sich die Fundamentaldaten der Firma in der Zeit hervorragend entwickelt haben.

Bereits Mitte 2017 wurde das Kursniveau erreicht, das jetzt wieder zu beobachten ist. Und im zweiten Halbjahr 2018 ist der Kurs um fast 40% gesunken. Und zwar ohne, dass es schlechte Nachrichten gegeben hätte.

Natürlich wird sich ein Aktionär der Mitte 2018 bei Kursen um 130 in Secunet eingekauft hat, gefragt haben, ob er einen Fehler gemacht hat, als der Kurs 4 Monate später unter 85 lag? Wenn er zu dieser Zeit – nur weil der Kurs gesunken ist – aus Angst falsch zu liegen verkauft hat, dann hat er sicher einen Fehler gemacht.

Secunet ist in einem sehr stark wachsenden Markt tätig (Digitale Sicherheit/Nachrichtenverschlüsselung), hat einen immensen Wettbewerbsvorsprung (gerade öffentliche Auftraggeber kann man nicht von heute auf morgen überzeugen) und wird sehr nachhaltig geführt (alle Entwicklungsaufwendungen werden z.B. sofort als Aufwand verbucht und nicht aktiviert). Gerade am Freitag hat Secunet folglich auch schon die Prognose für das Jahr 2019 zum ersten mal nach oben korrigieren „müssen“. Es könnte nicht das letzte Mal gewesen sein. Und in 5 Jahren wird auch derjenige der um 130 gekauft und daran festgehalten hat, mit seinem Investment vermutlich sehr zufrieden sein.

Washtec

Washtec ist der führende Hersteller von Auto-Waschanlagen. Auch Washtec ist eine große Position im SVB-Depot und hat in den letzten Jahren eine hervorragende Entwicklung zu verzeichnen gehabt.

Von Kursen  um die 12 Euro vor 5 Jahren versiebenfachte sich der Unternehmenswert bis Anfang 2018 auf Kurse um die 83 Euro. Im letzten Quartal 2018 verbilligte sich die Aktie dann – ähnlich wie Secunet – um über 35% auf unter 54 Euro. Bei Washtec gab es immerhin einige Argumente für das Zurückkommen des Kurses.

Washtec hat eine neue Produktgeneration entwickelt und am Start. Die Umstellung hat aber doch zu Verzögerungen und höheren Kosten geführt als ursprünglich geplant. Die sehr hohen Erwartungen der Anleger wurden damit teilweise enttäuscht. Gerade letzte Woche berichtete Washtec über einen „verhaltenen Jahresstart“ – eine mehr oder weniger explizite Gewinnwarnung. Man kann damit klar argumentieren, dass eine Stagnation des Wertes bzw. der Kursrückgang gerechtfertigt ist und sich der Hund damit wieder auf die Höhe des Spaziergängers bewegt hat (vgl. zu dieser Analogie hier). Andererseits ist Washtec ein sehr schneller Spaziergänger. Auch wenn er jetzt einmal ein wenig langsamer unterwegs ist bzw. ein wenig stehen bleibt, gibt es wenige Zweifel, dass es Washtec über kurz oder lang auch wieder gelingen wird, an die sehr positive Entwicklung der Vergangenheit anzuschließen.

Daran glaubt auch Herr Blaschke – der „Vater“ des Washtec-Erfolges. Er hat als AR-Vorsitzender Washtec auf den Erfolgskurs gebracht und er hat – gerade letzte Woche – wieder Aktien von Washtec gekauft. Er glaubt somit weiter an den Erfolg der Firma. Ich denke auch, dass die Beurteilung von Washtec – vielleicht nicht bis in 6 oder 12 Monaten – aber bis in 3 Jahren wieder ganz anders aussehen wird.

MyHammer

In den letzten Monaten wurde  MyHammer als neue Depotposition in das VERUS Depot aufgenommen.

MyHammer ist eine sehr spannende Kombination aus wachstumsstarkem Plattformunternehmen (Vermittlung von Handewerkerdienstleistungen mit inzwischen 20.000 Handwerkern als Partner auf der Plattform) und  Spezialsituation mit Übernahmephantasie (gut 80% der Anteile gehören IAC).

Das Unternehmen ist auf dem jetzt erreichten Niveau leider auch nicht mehr sehr günstig und aufgrund der Marktenge des Titels (es wird sehr wenig gehandelt) ist es auch nicht möglich einen größeren Bestand in kurzer Zeit auf- oder abzubauen. MyHammer hat morgen Hauptversammlung und wird über das erste Quartal 2019 berichten (das wohl sehr positiv verlaufen ist). Ich werde nach Vorliegen der neuen Informationen meinen Investment-Case in einem gesonderten Beitrag darstellen.