Zwischeninformation zum 31.5.2016

Aufgrund der Entwicklungen in den letzten Wochen möchte ich gerne eine aktuelle Zwischeninformation an alle an VERUS Interessierten geben.

Der innere Wert eines Anteils (Aktie bzw. Wandelanleihe) der VERUS Capital Partners AG (VERUS) hat sich bisher überaus erfolgreich entwickelt. Von einem Anfangsstand in Höhe von € 1.101,80 zum Jahresanfang ist dieser Wert auf € 1.399,07 per Ende Mai gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung um 27%. Dieser Wert ist insofern beachtlich, da der allgemeine Markt sich kaum verändert hat. Der DAX ist seit Jahresbeginn 4,5% zurückgegangen, der SDAX ist um 3% gestiegen.

Der Haupttreiber dieser Entwicklung war die erfolgreiche Arbeit meiner Kollegen in der Shareholder Value Beteiligungen AG (SVB AG). Der innere Wert einer SVB Aktie hat sich seit Jahresbeginn um 22,9% gesteigert. Die VERUS Capital Partners AG hält weiterhin 25% an der SVB (was derzeit gut 85% des inneren Wertes der VERUS entspricht) und partizipiert damit an den Wertsteigerungen entsprechend mit.

Trotz der sehr starken Performance der SVB hat die Eigenveranlagung einen überproportionalen Anteil zur Steigerung des inneren Wertes der VERUS beigetragen. Eigenveranlagungen sind in folgende Werte erfolgt.

Stada Arzneimittel AG:

Diese Investition der VERUS ist in Abstimmung mit meinen Kollegen von der SVB erfolgt. Die Aktie macht auch in der SVB einen hohen Depotanteil aus. Ich hatte per Ende März auf diese Firma als einen „von den Genen her typischen Qualitätswert im Bereich Markenartikel mit dem Potential hoher Margen“ hingewiesen. Tatsächlich wurde in den letzten 10 Jahren  kein Aktionärswert mehr geschaffen und handelt die Gesellschaft deutlich unter ihrem Potential. Von außen muss man den Eindruck bekommen, dass der Vorstand viele Interessen verfolgt, die nicht im Einklang mit den Eigentümerinteressen sind. (vgl. z.B. den sehr interessanten Artikel unter http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/nachricht-detail/stada-family-business-generika-apotheke-retzlaff/ ). Diese Situation hat dazu geführt, dass – wie im Artikel angeführt –  Aktionäre eine Veränderung fordern. (vgl. dazu die Unterlagen unter http://www.saz-governance.de/ ).

In Verhandlungen mit dem Vorstand wurde eigentlich schon vereinbart, dass zur geplanten Hauptversammlung am 9. Juni drei neue Aufsichtsräte gewählt und die Vinkulierung der Aktien abgeschafft wird. Entgegen dieser Vereinbarung hat die Gesellschaft jetzt kurzfristig die Hauptversammlung auf den 26. August verschoben – mit dem Ziel selber Kandidaten für den Aufsichtsrat zu finden und zu nominieren.  Man gewinnt den Eindruck, dass der Vorstand damit versucht zu verhindern, dass neue kritische Köpfe im Aufsichtsrat vertreten sind, die eine effektive Kontrolle ausüben und eine Veränderung herbeiführen können. Parallel dazu ist bekannt geworden, dass der Vorstand mit Private Equity Investoren verhandelt. Hier könnte das Ziel sein, einen für sich „genehmen“ Investor zu finden, der dem Vorstand entsprechende finanzielle Zusagen und Garantien gibt.

Das sind mögliche Ergebnisse, die man sich bei einem Wert, in den man investiert ist, eigentlich nicht wünscht. Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass es auf der Hauptversammlung gelingen wird, den Aufsichtsrat so neu zu besetzten, dass in Zukunft das Unternehmen im Sinne der Aktionäre geführt wird. Und dann kann die Ertragskraft der Gesellschaft vermutlich mehr als verdoppelt werden – mit entsprechend steigendem Unternehmenswert. An dieser Entwicklung wollen wir partizipieren.

Hypoport AG:

Auch auf diese Gesellschaft hatte ich per Ende März als „FinTech-Unternehmen, das aber nicht als solches wahrgenommen wird“, schon aufmerksam gemacht. Die Entwicklungen bei Hypoport sind sowohl was die operativen Fortschritte als auch die Wahrnehmung an der Börse betrifft in den letzten Monaten sehr positiv gewesen.

Mitte März hat Hypoport die Geschäftszahlen des Jahres 2015 veröffentlicht – diese waren mit einem Umsatzanstieg von 24% und einem Anstieg des Ergebnisses (EBIT) von über 100% spektakulär. Hypoport erntet jetzt die Früchte jahrelanger Investitionen in Technik und Personal. Insbesondere die Europace Plattform kann jetzt ihre Stärken ausspielen. Im Jahr 2015 wurden bereits über 45 Mrd.(!)  Euro Finanzierungsvolumen über die Plattform abgewickelt (Wachstum von 25% ggü. 2014). Da diese Plattform jetzt steht und sehr wenig variable Kosten anfallen, steigt der Gewinn bei einem weiteren Anstieg des Volumens auf der Plattform überproportional an. Aufgrund des Marktumfeldes (niedrige Hypothekarzinsen und Bauboom in Deutschland) ist jedenfalls in nächster Zeit mit weiter steigenden Volumina zu rechnen.

Das hat sich auch im ersten Quartal bestätigt. Trotz der – aufgrund der Einführung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie –  temporär stockenden Vergabepraxis der Banken, konnte der Umsatz um 7% und der Ertrag um 42% gegenüber dem Vorjahresquartal gesteigert werden.

Hier hat VERUS in ein Unternehmen investiert, das fast alle Kriterien für ein Investment vollumfänglich erfüllt – insbesondere attraktives Geschäftsmodell mit hohen Gewinnmargen, dauerhafte Wettbewerbsvorteile (die nicht schnell eingeholt werden können), nachhaltiges und eigentümergeführtes Management.

Das „Problem“ ist einzig die Wahrnehmung an der Börse bzw. die damit verbundene Bewertung. Anfang letzten Jahres Jahr konnte ich die Aktie noch zu Kursen um 17 Euro kaufen (im Jahr 2014 wäre das sogar noch zu Kursen unter 10 Euro möglich gewesen!). Der Kurs ist dann bis Ende des Jahres 2015 auf 80 Euro gestiegen. Um dann – ohne schlechte Nachrichten – in den allgemeinen Marktturbulenzen Anfang dieses Jahres wieder um ein Drittel auf 55 Euro zurückzufallen. Im Bereich von 55 bis 60 erfolgten die Investitionen der  VERUS in Hypoport. In der Zwischenzeit ist der Kurs aber schon wieder bis an die 90 Euro Marke d.h. um 50% gestiegen.

An diesen Kursbewegungen kann man die Irrationalität des „Mr. Market“ gut erkennen. Der innere (tatsächliche) Wert der Gesellschaft hat sich in den ersten sechs Wochen des Jahres sicher nicht im Ausmaß von 33% reduziert und dieser Wert ist auch nicht innerhalb von 2 Monaten um 50% gestiegen. Geändert hat sich nur, dass im Dezember niemand Aktien unter 80 verkaufen wollte, dass im Februar viele Aktien zu einem Preis von 60 Euro angeboten wurden und man heute wieder nur dann Aktien kaufen kann, wenn man 90 Euro bezahlt.

Zu diesen Kursen wird der Bestand in VERUS zwar nicht weiter aufgestockt – wenn sich aber wieder einmal günstigere Gelegenheiten ergeben, dann ist Hypoport weiterhin ein potentieller Kaufkandidat.

Ich würde mich sehr freuen, wenn weitere Investoren bereit sind, sich in VERUS zu engagieren. Mit der Investition in VERUS beteiligt sich der Anleger an Unternehmen, die ihren Wert über Zeit deutlich steigern können. Das Ziel ist es den „inneren“ Wert der im Portfolio vertretenen Unternehmen langfristig zu steigern – unabhängig von den Schwankungen des Kurses an der Börse. Wir verstehen die Börse nicht als genaues Messinstrument für den Wert der Unternehmen, sondern vielmehr als ein Angebots-System in dem uns manchmal irrational niedrige Preise für Unternehmensbeteiligungen angeboten werden. Das ist dann  eine Chance sich an guten Unternehmen zu einem Preis zu beteiligen, der eine Sicherheitsmarge beinhaltet … mit dem Ziel von der Wertsteigerung des Unternehmens über einen längeren Zeitraum zu partizipieren. Manchmal bietet einem das System aber auch sehr hohe Preise für Unternehmensbeteiligungen. Wenn der Preis höher ist, als der Wertansatz den man selbst dem Unternehmen zubilligt, dann ist das eine Chance, Aktien zu einem attraktiven Ausstiegspreis auch wieder abzugeben.

Aufgrund der mit dem Value-Investing Ansatz verbundenen potentiellen Wertsteigerung über die Zeit, der günstigen Kostenstruktur von VERUS und der Tatsache, dass aufgrund meines persönlichen Anteils an VERUS keinerlei Interessenkonflikte bestehen, ist VERUS für unternehmerisch denkende Investoren mit einem langfristigen Investitionshorizont eine sehr attraktive Anlagemöglichkeit.

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