VERUS-Depot im Juli

Der innere Wert der VERUS Capital Partners AG hat sich im Laufe des Juli  2018  kaum bewegt. Die aktuelle Performance ist unter http://verus.li/performance abrufbar.

Aktuell ein Update zu einzelnen Depotpositionen.

Hypoport hat die Vorab-Quartalszahlen veröffentlicht, die sehr positiv ausgefallen sind. Der Umsatz wurde um ca. 25% und das EBIT um ca. 10% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert. (Der gesamte Quartalsbericht wird am 6. August veröffentlicht werden).  Eine interessanter Datenpunkt für die Einschätzung des Wertes von Hypoport ist die Akquisition von Finanzcheck.de durch Scout 24. Der Kaufpreis betrug 285 Mill. bei einem Umsatz von 35 Mill (d.h. 8facher Umsatz). Und dabei hat Finanzcheck gegenüber Hypoport einen viel geringeren Burggraben.  Da Europace gerade auch den Markt für Verbraucherkredite aufrollt, wären gemessen an dieser Übernahme Kurse von 400 bis 500 EUR für Hypoport argumentierbar. Auch wenn das derzeit natürlich unrealistisch ist, zeigt es doch, welchen Wert strategische Investoren diesem Geschäftsmodell zugestehen.  (Zur Bewertung von Hypoport siehe auch http://verus.li/funktioniert-value-investing-noch/)

Metro hat die Quartalszahlen bereits vorgelegt. Diese waren nur auf den ersten Blick nicht so gut. Bei genauerer Betrachtung hat das zugrundeliedende Geschäft sehr gut performt. Das betrifft insbesondere auch die Situation in Russland. Der Margenverfall konnte gestoppt bzw. sogar wieder in ein Margenausweitung umgewandelt werden. Dass der Markt bzw. viele Short-Seller schlechtere Entwicklungen erwartet hatten, zeigt die Kursreaktion. Der Kurs ist innerhalb von 2 Tagen von 10 auf knapp 12 Euro gestiegen. Das ist zwar immer noch völlig unbefriedigend und noch deutlich unter der Einstiegsposition. Es gibt jetzt aber eine begründete Hoffnung, dass der positive Newsflow anhält und damit der Wert von Metro vom Markt wieder positiver eingeschätzt werden wird. Grundsätzlich war die Beteiligung in Metro als defensive Position eingegangen worden, weil bei Metro eben sehr viele statische Werte (und nicht nur die Gewinne)  die Bewertung nach unten absichern sollten. Das hat leider nicht so funktioniert und zeigt wieder einmal, dass man im derzeitigen Markt einfach mit sehr hohen Volatiliäten rechnen muss und vermeintliche Sicherheitsmargen sehr schnell Makulatur werden können, wenn die Marktmeinung das anders sieht.

Bei Corestate stehen die Zahlen zum Quartal noch aus. Ich bin zuversichtlich, dass diese keine negative Überraschung bringen werden. Die Bewertungskennziffern für Corestate sind sehr positiv und Wachstum ist auch zu erwarten.

Auch die Deutsche Rohstoff AG wird in Kürze Zahlen melden. Diese sollten sehr positiv ausfallen. Alle Rahmenbedingungen spielen der Firma derzeit in die Hände. Die Entwicklung des Rohölpreises, die Dollarentwicklung und die Entwicklung bei den Nicht-Öl-Tochtergesellschaften.

Die Entwicklung bei Sixt Leasing läuft unspektakulär, aber in die richtige Richtung. Das ist ein Unternehmen bei dem Geduld und Ausdauer sich bezahlt machen werden. Eine Verdoppelung des Unternehmenswertes in den nächsten 5 Jahren ist absolut möglich und absehbar, wenn sich die Pläne des Managements so verwirklichen wie geplant.

Dass der Abbau der Position in SNP Schneider Neureither richtig war (vgl. http://verus.li/snp-schneider-neureither-raue-see-voraus/ ) hat sich in der Entwicklung der letzten Wochen gezeigt. Der Kurs ist bis auf 17 Euro abgestürzt. Zum Großteil bereits vor der Gewinnwarnung, die das Unternehmen  herausgeben musste. (Was natürlich sehr unschön ist und kein gutes Licht auf die Vertrauchlichkeitsverpflichtungen wirft). Zusammen mit den ganzen Management-Wechseln gibt SNP derzeit das Bild eines Unternehmens, das sich verhoben hat und noch nicht wieder in die Spur gefunden hat. Die Kernfrage ist, ob es SNP gelingt, die Problemlösungen und die eigene Software in Zukunft nicht mehr wie ein Service-Provider (d.h. anhand der geleisteten Personentagen) zu verrechnen, sondern entsprechend dem Wert für den Klienten. SNP zitiert dabei den Auftrag zur Aufspaltung von HP (Hewlett-Packard). Diese Aufspaltung der IT-Landschaft wurde von SNP für 6 Mio. Euro gemacht und in einem Drittel der Zeit, die man mit traditionellen Mitteln gebraucht hätte. SNP beziffert den Wert, der für HP geschaffen wurde aber mit 50 Mio. Man kann sich vorstellen, wie die Gewinnmargen von SNP sich entwickeln würden, wenn es gelingen würde, solche Aufträge z.B. für 25 Mio. (anstelle der  6 Mio.) abzuwickeln. Dass SNP in der Lage ist sich so zu transformieren, das muss aber zuerst ansatzweise sichtbar werden, Erst dann wird es eine echte Neubewertung geben können. Wenn sich das abzeichnet, dann wäre SNP auch für VERUS wieder ein Investment-Case.

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